30.04.2026

Unter dem Motto „Arena – gut überDACHt“ präsentierten am 29. April die besten Schulteams aus Nordrhein-Westfalen ihre selbstgebauten Modelle beim Landesfinale des Schülerwettbewerbs Junior.ING im Stadion an der Hafenstraße in Essen. Die Siegerinnen und Sieger des Wettbewerbs der Ingenieurkammer-Bau NRW kommen in diesem Jahr aus Oberhausen und Solingen. Sie vertreten Nordrhein-Westfalen beim Bundesfinale am 19. Juni 2026 in Berlin.
Der Präsident der Ingenieurkammer-Bau NRW, Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, nahm die Auszeichnung der Erstplatzierten vor: „Was mich am meisten beeindruckt hat, ist die Ernsthaftigkeit, mit der die Schülerinnen und Schüler an ihre Ideen herangehen und gleichzeitig die Freude, mit der sie bauen und gestalten. Darin steckt so viel Kreativität, so viel Sorgfalt und auch so viel Mut, Dinge einfach auszuprobieren. Das zu sehen, macht wirklich Spaß“.
Der Jury-Vorsitzende Dipl.-Ing. Georg Wiemann zieht ebenfalls ein positives Fazit:
„Die Schülerinnen und Schüler haben eindrucksvoll gezeigt, wie Kreativität und technisches Verständnis zusammenwirken. Besonders überzeugt hat uns die Fähigkeit, komplexe Tragstrukturen nicht nur zu entwerfen, sondern auch handwerklich präzise umzusetzen und überzeugend zu präsentieren.“
Die Siegerinnen und Sieger
In der jüngeren Alterskategorie bis einschließlich Klasse 8 setzten sich Hannah, Greta und Marie vom Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Oberhausen mit ihrem Modell Flower of Life durch. Ihr Entwurf interpretiert eine Blütenstruktur als Tragwerk: Fünf miteinander verflochtene Dachsegmente bilden das Hauptdach, während zusätzliche Pylone Kräfte über gespannte Elemente aufnehmen und in den Boden ableiten.
Den zweiten Platz belegte Benedikt von der Freien Schule Bochum mit seinem Modell Das Bentheon. Die muschelförmige Dachkonstruktion überspannt die Tribüne mit minimalen Auflagerpunkten und kombiniert eine filigrane Bauweise mit hoher Stabilität.
Auf den dritten Platz kamen Luisa, Nora und Jana vom Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Oberhausen mit ihrem Modell Maple-Leaf. Das Dach ist einem Ahornblatt nachempfunden: Die „Blattadern“ fungieren als tragende Struktur und leiten die Kräfte über bogenförmige Elemente ab.
Einen Sonderpreis für eine besonders filigrane, ästhetische und nachhaltige Konstruktion vergab die Jury an Karlotta, Mahdiya und Sara vom Immanuel Kant Gymnasium Münster für ihr Modell NachgeDACHt. Die Konstruktion basiert auf einem klar ablesbaren Tragwerk aus aussteifenden Dreiecken, das den Lastfluss sichtbar macht. Die reduzierte, geometrische Struktur aus Balsaholz kombiniert Materialeffizienz mit hoher Stabilität und unterstreicht den nachhaltigen Ansatz des Entwurfs.
In der älteren Alterskategorie ab Klasse 9 setzten sich Valentin und Leon von der Friedrich-Albert-Lange-Schule in Solingen mit ihrem Modell Flying Reef durch. Das Dach besteht aus rund 120 miteinander verbundenen Papierpyramiden, deren Geometrie für Stabilität sorgt. Über zusätzliche Dreiecksverbindungen wird das Tragwerk ausgesteift, sodass eine leichte, organisch wirkende Struktur entsteht, die an ein schwebendes Korallenriff erinnert.
Den zweiten Platz belegten Elisabeth und Max vom Gymnasium St. Xaver in Bad Driburg mit ihrem Modell Xaverianer. Das Dach basiert auf dem Prinzip einer Kuppel: Eine Viertelkugel überspannt die Tribüne und verteilt die Lasten gleichmäßig über ihre Oberfläche. Ergänzt wird die Konstruktion durch ein vorgelagertes Element, das zusätzlichen Schutz bietet. Die Kombination aus gebogenen Holzträgern, verspannten Drahtstrukturen und textiler Bespannung sorgt für ein stabiles und zugleich materialsparendes Tragwerk.
Auf den dritten Platz kamen Franziska, Aaron und Sofia vom Don-Bosco-Gymnasium Essen mit ihrem Modell Yvyra-pò. Die Überdachung ist von Baumkronen inspiriert: Mehrere blattförmige Elemente stützen sich gegenseitig und bilden ein tragfähiges System ohne dominierende Hauptträger. Die Konstruktion erzeugt nicht nur Stabilität, sondern auch ein besonderes Lichtspiel, das die Atmosphäre eines natürlichen Blätterdachs nachbildet.
Wettbewerb fordert Kreativität und technisches Können
Ziel des diesjährigen Wettbewerbs war es, eine Überdachung für eine Freiluftarena zu entwerfen und zu bauen. Die Konstruktionen mussten nicht nur gestalterisch überzeugen, sondern auch funktionalen Anforderungen standhalten, etwa einer definierten Last sowie einer simulierten Windbelastung.
In Nordrhein-Westfalen beteiligten sich in diesem Jahr 140 Teams am Wettbewerb, davon 69 in der Alterskategorie I und 71 in der Alterskategorie II. Insgesamt arbeiteten über 400 Schülerinnen und Schüler an ihren Modellen und investierten dabei mehr als 2.600 Stunden Bau- und Planungszeit.
Bewertet wurden unter anderem Tragfähigkeit, Konstruktion, Gestaltung und die Umsetzbarkeit in der Realität. Eine Jury wählte die besten Modelle aus, die im Landesfinale präsentiert wurden.
Junior.ING begeistert für Ingenieurtechnik
Junior.ING ist ein Wettbewerb der Bundesingenieurkammer und der 16 Länderingenieurkammern. In Nordrhein-Westfalen richtet ihn die Ingenieurkammer-Bau NRW unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Schule und Bildung aus.
Mit mehreren tausend Teilnehmenden bundesweit zählt Junior.ING zu den größten Schülerwettbewerben in Deutschland. Ziel ist es, junge Menschen frühzeitig und praxisnah für Naturwissenschaften, Technik und den Beruf der Bauingenieurin bzw. des Bauingenieurs zu begeistern – ein wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung.


