11.06.2026

Wie die geplanten Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur und weitere Zukunftsaufgaben erfolgreich realisiert werden können, stand im Mittelpunkt des Politischen Abends der Bundesingenieurkammer am 9. Juni 2026 in Berlin. Zu den Gästen der Veranstaltung zählte auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder MdB, der in seinem Grußwort die Bedeutung der Ingenieurinnen und Ingenieure für die Umsetzung der Infrastrukturvorhaben hervorhob.
„Wir investieren so viel wie nie zuvor in unsere Verkehrsinfrastruktur. Entscheidend ist eine schnelle und effiziente Umsetzung – gemeinsam mit den Ingenieurinnen und Ingenieuren“, erklärte Patrick Schnieder.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde deutlich, dass die umfangreichen Investitionsprogramme nur dann ihre Wirkung entfalten können, wenn ausreichend Planungskapazitäten zur Verfügung stehen. Die Bundesingenieurkammer verwies dabei auf die zentrale Rolle der überwiegend mittelständisch geprägten Ingenieurbüros bei der Planung und Realisierung von Infrastruktur- und Klimaanpassungsmaßnahmen.
Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, Präsident der Bundesingenieurkammer und der Ingenieurkammer-Bau NRW, verwies auf die Herausforderungen, vor denen viele Ingenieurbüros derzeit stehen. „Ingenieurbüros sind zentral für die Umsetzung von Infrastruktur- und Klimaanpassungsmaßnahmen. Doch die derzeitige wirtschaftspolitische Ausrichtung ist für unsere Strukturen nicht förderlich“, betonte der Präsident. „Es fehlt eine konsequent mittelstandsfreundliche Politik, die faire Vergütung sicherstellt und Wettbewerb fördert.“
Nach Einschätzung der Bundesingenieurkammer zeigen sich die Defizite vor allem in steigenden bürokratischen Anforderungen. Diese belasten kleine und mittlere Ingenieurbüros unverhältnismäßig und schwächen ihre Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig stehen steigenden Investitionskosten, Fachkräftemangel und hohen Haftungsrisiken häufig nicht auskömmliche Honorare gegenüber. Hinzu kommt eine unsichere Projektpipeline: Kurzfristige Ausschreibungen erschweren eine nachhaltige Kapazitätsplanung der Ingenieurbüros erheblich.
Mit Blick auf die Infrastrukturpolitik betonte die Bundesingenieurkammer die zentrale Rolle von Ingenieurinnen und Ingenieuren für die erfolgreiche Umsetzung der Investitionen vor allem aus dem Sondervermögen.
Der Politische Abend machte deutlich: Ohne eine Stärkung der Ingenieurbüros drohen Infrastrukturvorhaben an einem Engpass an Planungsleistungen zu scheitern.


