15.10.2026

Das Chemnitzer Viadukt hat den Deutschen Ingenieurbaupreis 2026 gewonnen. Der mit 30.000 Euro dotierte Staatspreis würdigt die beispielhafte Instandsetzung des denkmalgeschützten Eisenbahnviadukts. Auch das nordrhein-westfälische Projekt „Sprung über die Emscher – Silver Arrow“ in Castrop-Rauxel gehört zu den ausgezeichneten Ingenieurbauwerken.
Am 14. Oktober 2026 wurde der Deutsche Ingenieurbaupreis in der Akademie der Künste in Berlin verliehen. Mit dem Staatspreis würdigen das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und die Bundesingenieurkammer alle zwei Jahre herausragende Leistungen der Ingenieurbaukunst. Insgesamt wurden in diesem Jahr 41 Projekte eingereicht.
Chemnitzer Viadukt überzeugt durch Bauen im Bestand
Der Staatspreis ging an die KREBS+KIEFER Ingenieure GmbH und die DB InfraGO AG für die Instandsetzung des Chemnitzer Viadukts. Das denkmalgeschützte Eisenbahnviadukt wurde durch gezielte Ertüchtigungsmaßnahmen und den Austausch einzelner Bauteile an die heutigen und künftigen Anforderungen des Bahnverkehrs angepasst. Statt eines Neubaus konnte die historische Bausubstanz erhalten und für die weitere Nutzung gesichert werden.
Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, Präsident der Bundesingenieurkammer und der Ingenieurkammer-Bau NRW, betonte die Bedeutung solcher Projekte: „Die ausgezeichneten Projekte zeigen die ganze Bandbreite dessen, was Ingenieurinnen und Ingenieure leisten: Sie erhalten unsere Infrastruktur, entwickeln innovative Konstruktionen und verbinden technische Exzellenz mit Nachhaltigkeit. Das Chemnitzer Viadukt ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie wir den Bestand zukunftsfähig machen können. Gleichzeitig freut es mich besonders, mit dem Nachwuchspreis junge Ingenieurinnen und Ingenieure und ihre innovativen Ideen auszuzeichnen. Sie gestalten den Ingenieurbau von morgen.“
Auch Ingenieurleistung aus NRW ausgezeichnet
Zu den fünf weiteren ausgezeichneten Projekten gehört der „Sprung über die Emscher – Silver Arrow“ in Castrop-Rauxel. Für das Projekt der Emschergenossenschaft wurde die Schüßler-Plan GmbH aus Aachen gemeinsam mit DKFS Architects aus London ausgezeichnet. Die Auszeichnung ist mit 4.000 Euro dotiert.
Nachwuchspreis für Museum in Reutlingen
Der mit 10.000 Euro dotierte Nachwuchspreis ging an die str.ucture GmbH aus Stuttgart für das Museum Historische Oberamteistraße in Reutlingen. Das Projekt verbindet anspruchsvolle Tragwerksplanung mit dem Bauen im historischen Bestand. Ein Raumtragwerk aus heimischer Weißtanne greift die Kubatur eines historischen Hauses auf und trägt zugleich zur Sicherung des benachbarten Bestandsgebäudes bei.
Weitere Auszeichnungen erhielten der Bauhaus-Archiv Tower in Berlin, die Hyparschale in Magdeburg, die Brücke über den Seeblickweg in Stuttgart und die Nibelungenbrücke in Worms.
Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 60.000 Euro vergeben.


