19.10.2026

Die Jury hat sechs Bauwerke für den Deutschen Brückenbaupreis 2027 nominiert. Unter den Finalisten ist auch der „Sprung über die Emscher“ in Castrop-Rauxel. Welche Projekte ausgezeichnet werden, entscheidet sich am 10. März 2027 bei der feierlichen Preisverleihung in Dresden.
Der Deutsche Brückenbaupreis wird alle zwei Jahre von der Bundesingenieurkammer und dem Verband Beratender Ingenieure (VBI) verliehen. Die Auszeichnung würdigt herausragende Ingenieurleistungen im Brückenbau, bei denen technische Innovation, Nachhaltigkeit und Gestaltung zusammenkommen. Je drei Bauwerke wurden in den Kategorien Straßen- und Eisenbahnbrücken sowie Fuß- und Radwegbrücken nominiert. Zusätzlich wird ein Sonderpreis Nachhaltigkeit vergeben.
NRW-Projekt „Sprung über die Emscher“ im Finale
Mit dem „Sprung über die Emscher“ in Castrop-Rauxel ist auch ein Bauwerk aus Nordrhein-Westfalen unter den Nominierten. Die 411 Meter lange Fuß- und Radwegbrücke überspannt am Wasserkreuz den Rhein-Herne-Kanal und die Emscher und verbindet zugleich angrenzende Parkanlagen.
Besonders auffällig ist die geschwungene Stahlkonstruktion mit einem stark geneigten Pylon und einem Zügelgurtsystem über der 108 Meter langen Hauptspannweite. Die markante Form brachte der Brücke auch den Beinamen „Silver Arrow“ ein. Mit großzügigen Treppenanlagen und Aufenthaltsbereichen fügt sich das Bauwerk in die umgebende Landschaft ein und schafft neue Verbindungen für den Fuß- und Radverkehr.
Die weiteren Nominierten im Überblick
In der Kategorie Straßen- und Eisenbahnbrücken sind nominiert:
Überflieger, Autobahnkreuz Nürnberg Ost: Die 588 Meter lange Brücke wurde unter laufendem Verkehr errichtet. Durch ein besonderes Taktschiebeverfahren konnte der Überbau einschließlich der Pylonköpfe und teilweise vorgespannten Schrägkabel eingeschoben werden. Auf Hilfsstützen im stark befahrenen Kreuzungsbereich konnte dadurch weitgehend verzichtet werden.
Friesenbrücke, Weener: Die 335 Meter lange Stahlfachwerkbrücke über die Ems verbindet Eisenbahnverkehr mit einem Fuß- und Radweg. Ihr beweglicher Überbau lässt sich anheben und drehen. Eine eigens entwickelte Hub-Drehsäule trennt dabei den Lastabtrag von der Bewegungstechnik und reduziert so den Verschleiß der Bauteile.
Güßbacher Welle, Breitengüßbach: Die Brücke führt die A73 über mehrere Verkehrswege und ein Gewässer. Ihre wellenförmigen Stahlhohlkastenträger folgen dem Kräfteverlauf. Durch die Vorfertigung und das Einschieben der Überbauten konnte die Bauzeit trotz der schwierigen Verkehrsverhältnisse verkürzt werden.
In der Kategorie Fuß- und Radwegbrücken sind neben dem „Sprung über die Emscher“ nominiert:
Rathausbrücke, Tuttlingen: Die Brücke über die Donau kombiniert Holz, Beton und Stahl zu einem schlanken Tragwerk. Die Konstruktion kommt ohne wartungsintensive Lager und Fugen aus. Die Stahlstützen sind so angeordnet, dass sie den Hochwasserabfluss möglichst wenig beeinträchtigen.
Stadtgrabenbrücke, Lübeck: Die Fuß- und Radwegbrücke zeichnet sich durch eine besonders schlanke Fahrbahnplatte aus carbonbewehrtem Beton und Stahl aus. Gegenüber einer konventionellen Fahrbahnkonstruktion konnte der Betonanteil um rund 33 Prozent reduziert werden. Auch auf Lager und Fahrbahnübergänge wird verzichtet.
Preisverleihung im März 2027
Die Gewinner des Deutschen Brückenbaupreises 2027 werden am 10. März 2027 in Dresden ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet traditionell am Vorabend des Dresdner Brückenbausymposiums statt. An diesem Abend wird auch bekannt gegeben, welches Projekt den Sonderpreis Nachhaltigkeit erhält.
>> Weitere Informationen zu den nominierten Bauwerkenund zum Wettbewerb finden Sie hier


