29.10.2026

Großprojekt auf der Schiene: START.ING.s und Junge INGs erkunden Bahnbaustelle in Bonn-Beuel

Großprojekt auf der Schiene: START.ING.s und Junge INGs erkunden Bahnbaustelle in Bonn-Beuel

Eine fünfmonatige Vollsperrung und zahlreiche Bauarbeiten, die innerhalb eines eng getakteten Zeitplans umgesetzt werden müssen: Die umfassende Modernisierung der Bahnstrecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden ist ein Infrastrukturprojekt mit besonderen Herausforderungen. Am 27. Oktober 2026 konnten Studierende des START.ING.-Programms und junge Ingenieurinnen und Ingenieure bei einer Baustellenbesichtigung in Bonn-Beuel erleben, wie ein solches Großprojekt in der Praxis umgesetzt wird.

Seit Juli 2026 wird die rechte Rheinstrecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden im Rahmen einer sogenannten Korridorsanierung umfassend modernisiert. Anders als bei einzelnen Baumaßnahmen werden dabei möglichst viele Arbeiten an einer stark befahrenen Strecke gebündelt und innerhalb einer längeren Sperrpause umgesetzt. Dafür ist die Strecke bis Mitte Dezember vollständig gesperrt. Auf dem rund 160 Kilometer langen Abschnitt erneuert die Deutsche Bahn unter anderem Gleise, Weichen und Signale. Auch die Oberleitungen werden auf weiten Teilen der Strecke ausgetauscht und insgesamt 36 Bahnhöfe modernisiert. Ziel ist es, die Infrastruktur langfristig zuverlässiger zu machen und weitere Sperrungen in den kommenden Jahren zu reduzieren. Im Bereich Bonn-Beuel wird die Sperrpause zudem genutzt, um den Ausbau der S13 zwischen Troisdorf und Bonn-Oberkassel voranzutreiben.

Wie die unterschiedlichen Baumaßnahmen ineinandergreifen und welche Herausforderungen sich bei der Umsetzung ergeben, erfuhren die Teilnehmenden des START.ING.-Programms und unsere Jungen INGs direkt von den Projektverantwortlichen persönlich. Zum Auftakt der Besichtigung stellten Ayse Aydemir, Projektleiterin für den Bauabschnitt am Bahnhof Bonn-Beuel, und Clemens Assenmacher aus dem Stakeholdermanagement der DB InfraGO AG das Bauvorhaben vor und erläuterten, wie die Arbeiten innerhalb des engen Zeitfensters koordiniert werden.

Praxiseinblicke und Austausch vor Ort

Anschließend ging es gemeinsam auf die Baustelle. Dort konnten sich die Teilnehmenden ein Bild von den laufenden Arbeiten machen und den Ausbau der S13 aus nächster Nähe verfolgen. Ein Thema war dabei auch der Denkmalschutz, der bei den Baumaßnahmen rund um den Bahnhof Bonn-Beuel berücksichtigt werden muss. Die Verbindung zwischen dem Erhalt historischer Bausubstanz und den Anforderungen an eine moderne Bahninfrastruktur stellt die Planenden vor besondere Herausforderungen. Während der Begehung hatten die Studierenden und jungen Ingenieurinnen und Ingenieure zudem Gelegenheit, Fragen direkt an die Projektverantwortlichen zu richten und mehr über die Umsetzung der einzelnen Baumaßnahmen zu erfahren. Mit dabei war auch Prof. Balthasar Gehlen, Vorsitzender des Ausschusses Öffentlichkeitsarbeit der IK-Bau NRW, der die Gruppe bei der Baustellenbesichtigung begleitete und ebenfalls für Fragen zur Verfügung stand.

Nach der Besichtigung traf sich die Gruppe zur „Pizza-Connection“ im Restaurant Via Roma. In entspannter Atmosphäre wurden die Gespräche von der Baustelle fortgesetzt. Für die Studierenden bot sich dabei die Gelegenheit, mit den jungen Berufstätigen ins Gespräch zu kommen und sich über deren Erfahrungen aus dem Ingenieuralltag auszutauschen.

Die Baustellenbesichtigung in Bonn-Beuel ist ein Beispiel dafür, wie die Programme START.ING. und Junge INGs den Austausch zwischen Studium und Berufspraxis fördern. Die Teilnehmenden erhalten die Möglichkeit, große Bauprojekte vor Ort kennenzulernen und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, die an ihrer Umsetzung beteiligt sind.